Die Mandoline


Die Mandoline:


Die Mandoline gehört zur Familie der Lauteninstrumente. Sie existiert seit Ende des 17. Jahrhunderts in der heute gebräuchlichen Form:

Stark gewölbter Korpus, underständig befestigte Saiten, beim Querriegel abgeknickte Decke und vier in Quinten gestimmte Metallchöre (Saiten).

Mandolinenliteratur aus dieser Zeit ist in Tabulaturen erhalten.

Kurze Geschichte der Mandoline:

Im 18. Jahrhundert erlebte die Mandolinenspielkunst ihre Hochblüte. Zu den ersten erhaltenen Werken dieser Zeit gehören die Konzerte für eine- und zwei Mandolinen und Streichorchester von Antonio Vivaldi. Er verwendete die Mandoline auch in seinem Oratorium "Juditha Triumphans". Diesem Beispiel folgten Georg Friedrich Händel in dem Oratorium "Alexander Balus, Giovanni Paisiello im "Barbier von Sevilla" und Wolfgang Amadeus Mozart im "Don Giovanni". Seit dieser Zeit findet die Mandoline in der Opernorchester-Literatur Verwendung.

Auch Komponisten wie Arnold Schönberg, Hans Pfitzner, Igor Strawinsky, Wolfgang Fortner und Hans Werner Henze verwendeten die Mandoline in ihren Werken.

Die Mandoline war im 18. Jahrhundert ein beliebtes Kammermusikinstrument. Zahlreiche Werke in verschiedener Besetzung sind erhalten. Bedeutende Komponisten, darunter Ludwig van Beethoven, Johann Adolf Hasse und Johann Nepomuk Hummel schufen Kompositionen für die Mandoline.

In der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts gaben die Mandolinenmeister Pietro Leone, Giovanni Battista Gervasio, Pietro Denis und Pietro Fouchetti Lehrwerke für Mandoline heraus, die uns heute einen genauen Einblick in die Technik des Mandolinenspiels dieser Zeit geben.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde die Mandoline, bedingt durch den musikalischen Stilwandel, aus dem damaligen Musikleben verdrängt. In der italienischen Volksmusik aber lebte sie weiter, hier gerieten die Spieltechniken der Meister des 18. Jahrhunderts in Vergessenheit, das Tremolo (einst nur als Triller-Ersatz verwendet) wurde Hauptspieltechnik.

Ende des 19. Jahrhunderts bildeten sich um 1890 die ersten Mandolinenorchester in Deutschland, ihre Mitglieder bestanden hauptsächlich aus Arbeitern. Über Salonmusik und Bearbeitungen gängiger Werke der Kammermusik suchten sie eine Beziehung zur klassisch-romantischen Musik, die ihnen durch ihre tiefere gesellschaftliche Stellung verschlossen war. Dadurch verlor die Mandolinenmusik den Anschluss an die musikalische Entwicklung des 20. Jahrhunderts.

Das Bewusstsein dieser Problematik regte, vor allem in den letzten 30 - 40 Jahren, eine Neuorientierung an. Die Erforschung der Geschichte der Mandoline führte zurück zur klassischen Instrumentalbehandlung.

Eine intensive Schulung der Laienmusiker setzte ein. Namhafte Komponisten wurden angeregt, für die Mandoline in der Kammermusik und im Zupforchester zu schreiben.

Heute ist die Mandoline ein vielgespieltes Instrument, das die Möglichkeiten einer reichen Vergangenheit ausschöpft. Als Mandolinist(in) ist man heute in der Lage, Literatur vom 18. bis zum 21. Jahrhundert zu interpretieren.

Seit geraumer Zeit besteht sowohl in Deutschland ( wie z.B. an der Musikhochschule Wuppertal ), verschiedenen anderen europäischen Ländern und auch in Japan die Möglichkeit, das Instrument Mandoline als Hauptfach an verschiedenen Musikhochschulen zu studieren.


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  • Informationen sind auch auf der Homepage des «Bund Deutscher Zupfmusiker» zu finden :



    Dort finden Sie auch ein Werk-Verzeichnis für Mandoline (mit verschiedenen Besetzungen)